Frauen zögern oft, einen MINT-Beruf zu ergreifen. Marie hat's einfach gemacht. Seit fast einem halben Jahr ist sie als Backend-Entwicklerin bei uns und verstärkt den Frauenanteil im Team. Wieso das super cool ist? Weil Marie uns zeigt, dass man sich einfach nicht beirren lassen darf. Wenn sie nicht gerade für CAMAO Codes austüftelt, spielt sie Geige, reitet oder zockt Strategiespiele – und sie stand uns für das folgende Interview Rede und Antwort:

Hallo Marie! Wie hast du die Leidenschaft für deinen Beruf entdeckt?

Ich bin schon immer ein Computer-begeisterter und technisch interessierter Mensch gewesen, habe mich aber eher in der Chemie oder Physik gesehen. Letzteres wurde mir allerdings durch die Schule verleidet. Die Entscheidung für ein IT-Studium war für mich eher eine Frage von „Warum nicht?“. Es gab so viele Dinge, die mich interessiert haben, und so viel, was ich lernen wollte. Also habe ich Informatik als Einstiegspunkt gewählt, damit ich mich später entweder noch technischer, oder weniger technisch ausrichten konnte. Ich wollte es einfach ausprobieren und schauen, was mir liegt. Ein Jahr später hat mir das ganze schon so viel Spaß gemacht – es war für mich die absolut richtige Entscheidung.

Hast du auch schon mal Gegenwind wegen deiner Berufswahl bekommen?

Eigentlich hatte ich nie Probleme und es lief alles glatt. Es gab vielleicht ein paar Lehrer, die blöd reagiert haben. Aber mir war deren Meinung einfach nicht wichtig. Ich habe mir gedacht: Andere Leute wissen sicher nicht besser als ich selbst, was ich tun kann und was nicht.

Was reizt dich so am Programmieren?

Da gibt es vieles: Zum einen ist es das Nachdenken, wie ich etwas aufziehe. Aber auch die Umsetzung und das Testen machen Spaß. Sogar die Suche nach Bugs. Das ist einfach befriedigend. Was ich außerdem sehr schön finde, ist, dass ich mit aller Geduld zum Rechner hingehen und tausendmal dasselbe untersuchen und testen kann. In einem sozialen Bereich könnte ich einer Person nicht immer wieder dieselbe Frage stellen und schauen, was sich verändert.

Wie fühlt man sich als Frau dabei, in einem Berufsfeld zu arbeiten, in dem hauptsächlich Männer tätig sind? Wirst du anders behandelt?

Wohl fühlt man sich, wenn man von seinen Kollegen und Chefs anerkannt wird und ein guter Umgangston herrscht. Wenn der grundlegende Respekt und Fairness für alle gegeben sind, gibt es da keine Unterschiede. Ich habe mich persönlich noch nicht anders behandelt gefühlt als andere, die neu in ein Team kommen, unabhängig vom Geschlecht.

Warum sollten mehr Frauen einen MINT-Beruf ergreifen?

Ich bin gar nicht der Meinung, dass wir speziell mehr Frauen in MINT-Berufen brauchen. Alle sollten einfach machen, was sie interessiert. Und ich sehe da nicht zwingend mehr Frauen, sondern weniger Hindernisse für alle, die sich eingeschränkt fühlen. Die Vorurteile „Du kannst das nicht!“ oder “Du sollst das nicht!“ müssen abgebaut werden.

Welche Tipps würdest du Frauen mitgeben, die sich für einen MINT-Beruf entscheiden?

Nicht bei der ersten Hürde aufgeben! Das ist das Wichtigste. Das wirft die meisten aus dem Studium. Irgendwann erreicht jede:r den Punkt, an dem er oder sie nicht weiterkommt. In dem Moment hat man Kontakt mit den eigenen Vorurteilen und zweifelt an sich. Man baut sich selbst eine geistige Blockade auf. Aber wenn man über diesen Punkt drüber arbeitet, schafft man Dinge, von denen man nie gedacht hätte, dass man sie erreichen kann.

Zum Schluss noch eine rein hypothetische Frage: Wenn du allmächtig wärst, was würdest du tun, um Frauen den Zugang zu MINT-Berufen zu erleichtern?

Sexistische Idioten entfernen. Damit ist das Ganze eigentlich auch schon beendet. Denn solange sich jede:r wohlfühlen kann, gibt es eigentlich keinen Grund, warum man es nicht machen sollte.


Vielen Dank, Marie, für das inspirierende Interview. Wir können alle jungen Frauen nur dazu ermutigen: Kommt, macht MINT!