Eigentlich ist Mariko Kumagai aus Leidenschaft zur Violine von Japan nach Deutschland gezogen. Zu unserem Glück ist sie aber letztendlich bei CAMAO gestrandet. Zwar nicht als Violinistin (obwohl das auch sehr schön wäre), dafür aber als sehr fähige und sympathische Konzepterin. Inzwischen ist Mariko seit 5 Jahren bei uns – klar, dass dieses Jubiläum mit einem Interview gefeiert werden muss.

Was hat dich eigentlich zu CAMAO geführt? Von der Geige zum Konzept, das klingt nach einem weiten Schritt.

Bevor ich nach Deutschland gekommen bin, habe ich siebeneinhalb Jahre als Konzepterin in Tokio gearbeitet. Es war aber seit meiner Kindheit ein Traum, im Ausland Violine zu studieren. Also bin ich 2013 nach Hamburg gezogen und habe mir diesen Wunsch erfüllt. Als ich nach meinem Studium darüber nachgedacht habe, was ich als nächstes machen will, ist mir klar geworden, dass ich die digitale Welt irgendwie vermisse. Und mit meiner Berufserfahrung aus Japan als Hintergrund, habe ich dann beschlossen, mich bei CAMAO zu bewerben.

Musik mache ich natürlich immer noch. Es gibt hier wirklich tolle Möglichkeiten für Musik-Liebhaber – auch außerhalb eines beruflichen Werdegangs. Ich mache zum Beispiel mit Freunden Kammermusik und spiele in Orchestern.

In 5 Jahren kann einiges passieren. Wie haben du und deine Rolle sich in den letzten fünf Jahren bei CAMAO weiterentwickelt?

Ein großer Unterschied liegt darin, dass ich am Anfang noch nicht so gut Deutsch gesprochen habe. Da haben mir die Kolleg:innen viel geholfen. Zum Glück sind hier alle sehr hilfsbereit. Ich war am Anfang durch die sprachliche Barriere auch noch etwas zurückhaltender, aber inzwischen hat sich das gelegt. Jetzt freue ich mich sehr darüber, dass inzwischen ich den Newbies weiterhelfen kann und ich auch die Oldies tatkräftig unterstütze.

Du machst in unserem Blog auf das Thema interkulturelles Webdesign aufmerksam. Inwiefern fließt dieses Thema in deine tägliche Arbeit bei CAMAO ein?

Es hängt stark von dem Projekt und der Zielgruppe ab, inwiefern man interkulturelles Webdesign einbeziehen muss. In letzter Zeit arbeite ich hauptsächlich für Projekte im europäischen Markt, deswegen denke ich im Alltag nicht sooo oft über interkulturelle Darstellung nach.

Ich nutze aber meine Muttersprache, um mich von meiner Heimat inspirieren zu lassen. Auch wenn ich mehrsprachige Webseiten erstelle, habe ich die unterschiedlichen kulturellen Perspektiven direkt im Kopf. Denn je nach Sprache sind zum Beispiel die Textlängen ganz unterschiedlich. Ein Design kann in der einen Sprache gut aussehen, in der anderen aber nicht, zum Beispiel, weil die Textblöcke zu lang oder zu kurz sind.

In letzter Zeit beschäftigst du dich intensiv mit Data Science, wie passt das mit visueller Gestaltung zusammen?

Data Science ist ein sehr weites Feld, da es sich um eine Kombination verschiedener Wissenschaftsbereiche wie Statistik und KI handelt. Aber einfach ausgedrückt geht es darum, aus Daten nützliche Erkenntnisse zu gewinnen.

Ich interessiere mich vor allem für Datenvisualisierung und Datenanalyse. Dieses Interesse kommt ursprünglich aus meiner konzeptionellen Arbeit. Ich stelle mir vor jedem Projekt grundsätzlich die Frage: Wie kann ich die Inhalte möglichst einfach vermitteln, um sie anderen Menschen verständlich weiterzugeben? Bei der Erstellung einer Webseite kann die Art und Weise, wie die Information dargestellt wird, ihre Klarheit und Überzeugungskraft beeinflussen. Dasselbe gilt für Daten. Es ist schwer zu erkennen, was sich hinter einer Ansammlung von Zahlen verbirgt. Durch die Visualisierung von Daten kann man Erkenntnisse schneller gewinnen und sie leichter mit anderen teilen, um darauf basierend Entscheidungen zu treffen. Für mich ist Visualisierung einfach der beste Weg. Visualisierung funktioniert direkter und wird im Gehirn viel schneller verarbeitet als Text. Es können Daten, aber auch Ideen oder Gedanken, für andere und einen selbst verständlich gemacht werden.

Das ganze Thema Data Science ist insgesamt ein sehr aktuelles Thema, und ich möchte mich einfach intensiver mit den dazugehörigen Technologien beschäftigen.

Was ist dein persönliches und berufliches Highlight bei CAMAO bisher?

Seit 2018 bin ich Teil des Open Telekom Cloud Projekts. Ich bin wahnsinnig fasziniert von der Cloud-Technologie. Das Projekt wächst weiter und weiter und ich war von Anfang an dabei. Darauf bin ich ein bisschen stolz und es macht mir Spaß mit dem großartigen Team zusammenzuarbeiten.

Wie würdest du CAMAO in nur einem Wort beschreiben?

Nudelsalat.

Ok, das musst du jetzt etwas erklären… 😄

CAMAO ist vielfältig. Bunt. Gemischt. Es gibt hier die unterschiedlichsten Kolleg:innen für die unterschiedlichsten Aufgaben – wie in einem Nudelsalat. Wer einen Nudelsalat zu schätzen weiß, weiß, was ich meine.

Absolut, wir freuen uns sehr, dass du dich wohlfühlst im CAMAO-Nudelsalat. Vielen Dank für das sehr interessante und lustige Interview.